Konfektionsgrössen: Fast in jedem Land anders
Deine deutsche Kleidergrösse kennst du sicherlich, aber wie sieht es mit den Konfektionsgrössen aus dem Ausland aus? Beim Shoppen im Internet finden sich immer mehr internationale Marken - und häufig ganz andere Konfektionsgrössensysteme. Da kann man leicht mal danebengreifen, denn bei Konfektionsgrössen gibt es keinen international gültigen Standard. Die italienische 38 entspricht weder der französischen 38 noch der deutschen 38. Das liegt daran, dass die Hersteller ihre Kleidergrössen an der Durchschnittsstatur der Bevölkerung ausrichten. Hinzu kommen ganz individuelle Überlegungen der Brands, die ihre Schnittgestaltung manchmal nach einer ganz besonderen Zielgruppe ausrichten. Zwar versucht die EU schon seit vielen Jahren Einheitsgrössen einzuführen, aber bisher ohne Erfolg.
In Deutschland wird die Bevölkerung in sogenannten Reihenmessungen regelmässig vom Hohensteiner Institut vermessen. Auf den Angaben basieren dann die Konfektionsgrössen vieler, wenn auch nicht aller, deutschen Hersteller. In allen anderen Ländern gibt es ähnliche Untersuchungen zur Vermessung der Bevölkerung. Weil die Menschen in Nordeuropa tendenziell grösser sind als in Südeuropa, ergeben sich auch nicht unerhebliche Unterschiede bei den Konfektionsgrössen.
Bei skandinavischen Brands sind die Schnitte oftmals lang und schlank. Südeuropäische Marken schneidern für ihr tendenziell kleineres und zierlicheres Publikum. Und in Nordamerika fallen die Schnitte meist weiter aus. So erklärt sich auch, warum dir bei manchen Brands die Kleidung besser passt, als bei anderen Marken.
Die in Deutschland üblichen Normalgrössen reichen bei Damenbekleidung von 32 bis 54 (40 bis 62 bei Herren). Diese Konfektionsgrössen gelten auch in Dänemark, in den Niederlanden, Österreich, Polen, der Schweiz und Tschechien. Die Körpergrösse wird bei Damenkleidung nicht berücksichtigt, hier wird eine Standardgrösse von 164 cm bis 170 cm angenommen. Solltest du aus diesem Raster fallen, wirst du bei den Kurz- oder Langgrössen fündig.
In Frankreich, Italien und Spanien gibt es andere Systeme für die Grössenauszeichnung. Wenn dir Brands aus Frankreich gefallen, musst du zu einer Konfektionsgrösse grösser greifen. Die deutsche 38 ist in Frankreich eine 40. Für Marken aus Italien muss man sogar zwei Grössen draufschlagen, denn eine italienische 42 entspricht der deutschen 38.
Auch Grossbritannien nutzt ein ganz anderes Konfektionsgrössensystem. Auf der Insel gelten für Damen die Grössen 6 bis 14 (entspricht den deutschen Grössen 32 bis 42). Nicht zu verwechseln mit den Konfektionsgrössen aus den USA. Die amerikanischen Grössen reichen bei Damen von 2 bis 16 (entspricht 32 bis 46).
Am internationalsten sind die Grössen S, M und L (Small, Medium, Large) Sie werden in Deutschland und in vielen anderen Ländern verwendet. Insbesondere im Sportbereich. Das X vor dem Buchstaben steht für das Wort "Extra", also Extra Small oder Extra Large. Inzwischen gibt es auch Brands, die XXS oder XXL Mode verkaufen.
Hier noch mal im Überblick, welche internationalen Konfektionsgrössen für die deutsche 38 stehen:
- Konfektionsgrösse 40 in Frankreich
- Konfektionsgrösse 42 in Italien
- Konfektionsgrösse 8 in den USA
- Konfektionsgrösse 12 in Grossbritannien
- internationale Konfektionsgrösse S